U n d e r
Architekten Kammer Berlin
C o n s t r u c - t i o n
t i o n

Info

Architektinnen und Architekten nehmen die Belange ihres Berufs selbst in der Hand. Dafür steht die Architektenkammer Berlin. Organisatorisch ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihre Mitglieder sind die 10.000 Fachleute aus Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur, die heute in Berlin leben und arbeiten. Noch bis 1985 hatte eine Behörde den Zugang zum Beruf geregelt. Seither ermöglicht die Kammer eine viel weiter gehende berufliche Selbstverwaltung.

Wozu eine Kammer?
Die Kammer stellt zum einen sicher, dass nur Fachleute eigenständig Bauvorhaben planen: qualifiziert, verantwortungsvoll, vertrauenswürdig. Für diesen Verbraucherschutz führt sie die Architekten- und die Stadtplanerliste. Daneben ist sie Dienstleisterin ihrer Mitglieder. Sie kümmert sich etwa um deren Altersvorsorge oder das lebenslange Lernen. Nicht zuletzt leistet sie baukulturelle Aufklärung und Überzeugungsarbeit in Politik und Gesellschaft. Aufgeführt sind alle Aufgaben im Berliner Architekten- und Baukammergesetz.

Wie ist die Kammer organisiert?
Demokratisch. Das verlangt schon die Vielfalt, die sich in der Zahl von 10.000 Mitgliedern spiegelt. Die 10.000 wählen aus ihren Reihen 41 Vertreterinnen und Vertreter. Diese Vertreterversammlung ist wie ein Parlament. Sie kontrolliert zum Beispiel den Haushalt, wählt den Vorstand und bestimmt Ausschüsse und Arbeitskreise, die sich zentralen Themen widmen. Eine Geschäftsstelle steht Vorstand und Gremien bei ihrer Arbeit zur Seite und organisiert alles Nötige.

Wie kann ich mich einbringen?
Ohne Ehrenamt würde die Kammer nicht funktionieren. Die Mitglieder wählen oder stellen sich zur Wahl, engagieren sich in Ausschüssen und Arbeitskreisen und vernetzen sich auf Kammerforen, bei Veranstaltungsreihen oder beim Sommerfest. Die Ausstellung da!, das Jahrbuch Architektur Berlin | Building Berlin und der Tag der Architektur sind Plattformen, auf denen Mitglieder sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen. Zugang findest du leicht. Einige Events oder die Strategiegruppe Newcomer richten sich gezielt an Studierende und Berufseinsteigende.

News
  1. Nachwuchs-Innovationspreis Bauwerkserhaltung

    Seit 2002 lobt der Bundesverband Feuchte & Altbausanierung e.V. (BuFAS) den Nachwuchs-Innovationspreis Bauwerkserhaltung aus. Auch in diesem Jahr richtet sich der Wettbewerb an Studierende, die erfolgreich ihre Bachelor-, Master- oder Diplom- sowie Doktorthesis in den verschiedenen Fachrichtungen (z. B. Architektur, Ingenieurwesen, Restaurierung sowie Naturwissenschaften) der Hochschulen und Universitäten absolviert haben. Theresa Keilhacker, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, ist in diesem Jahr als Jurymitglied vertreten.

    Anmeldungen sind bis zum 25. Juni 2024 möglich. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Hanseatischen Sanierungstage, die vom 7. bis 9. November 2024 in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck stattfinden.

    mehr erfahren
  2. DAB Nachwuchs-Kolumne

    Die wöchentlich erscheinende Nachwuchs-Kolumne des Deutschen Architektenblattes informiert über alle wichtigen Themen und Fragen rund um das Architekturstudium und den Berufseinstieg. Von berufspraktischen und finanziellen Themen hin zur Frage, was eigentlich die Architektenkammern machen – die Nachwuchskolumne liefert Antworten.

    mehr erfahren

Warum?

In den Beruf zu starten, ist ein Einschnitt im Leben. Die Kammer unterstützt dich dabei in jeder Hinsicht. Wie sie das macht? Sie schützt deine Berufsbezeichnung. Sie vertritt deine Interessen. Sie klärt Fragen rund ums Bauen. Sie hält dein Wissen auf Stand. Sie sichert deine Rente. Sie hilft dir, Kontakte zu knüpfen und dich zu vernetzen. Sie ebnet dir den Weg in den Beruf. Und den Weg zum eigenen Büro.

Schützt deine Berufsbezeichnung.
Wer den Studienabschluss in der Tasche hat, ist damit nicht schon Architektin oder Architekt. Die Berufsbezeichnung ist Kammermitgliedern vorbehalten. Das gilt auch für Landschaftsarchitekt/Landschaftsarchitektin, Innenarchitektin/Innenarchitekt und Stadtplaner/Stadtplanerin. Jedes dieser Labels ist ein Qualitätssiegel. Das schützt alle, die diese Berufe ausüben. Und alle, die bauen oder in den Bauten leben werden. Am Ende kommt es so der ganzen Gesellschaft zugute – und selbst dem Stadtbild Berlins.

Vertritt deine Interessen.
Wo immer es um neue Gesetze und Vorgaben geht, bezieht die Kammer Position. Mit ihrer Expertise zum Planen und Bauen berät sie Politik und Verwaltung. Auch dabei hat sie zuallererst die Interessen ihrer Mitglieder im Auge und verschafft deren Anliegen Gehör. Egal, ob über angemessene Honorare gestritten wird oder ob die Kammer für fairere, offene Planungswettbewerbe kämpft, die nicht nur auf Etablierte zugeschnitten sein dürfen. Newcomer verdienen besseren Marktzugang. Und die Chance, sich zu beweisen.

Klärt, schlichtet und berät.
Bei Fragen zu Beruf, Honoraren, Planung und Baukultur ist die Kammer erste Anlaufstelle. Wer baut, aber auch Kanzleien, Gerichte oder Versicherungen brauchen unabhängige Expertise, wenn es heißt, den Wert eines Gebäudes zu bestimmen, Schäden zu beurteilen oder eine Planung auf Brandsicherheit und Barrierefreiheit zu prüfen. Die Kammer darf dafür öffentlich Sachverständige bestellen, die unparteiisch entscheiden. Sind sich zwei Baubeteiligte uneins, können sie den Schlichtungsausschuss der Kammer einschalten.

Hält dein Wissen auf Stand.
Fortbildung ist Pflicht. Wer plant, muss laufend weiter lernen, um das eigene Wissen up to date zu halten. Acht Fortbildungen zu je 45 Minuten sind in Berlin das Minimum im Jahr. Die Kammer macht es leicht – mit einem breiten Angebot an Seminaren, Exkursionen und Lehrgängen. Das Programm erscheint zweimal im Jahr. Themen und Inhalte sind auf den Bedarf der Mitglieder zugeschnitten. Bestes Beispiel: die Seminarreihe „Start in den Beruf“. Sie vermittelt kompakt, was an Fortbildungsinhalten für die Eintragung verlangt wird. Im Fortbildungskalender kann gezielt nach Angeboten für Absolventinnen und Absolventen gefiltert werden.

Sichert deine Rente.
Nicht nur, wer schon Kammermitglied ist, profitiert von den Vorteilen des Versorgungswerks. Auch Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus Architektur, Stadtplanung, Innen- und Landschaftsarchitektur können beitreten. Das Versorgungswerk sichert dir eine Rente im Alter und bei Berufsunfähigkeit. Die wirtschaftlich selbständige Einrichtung beteiligt sich zudem an den Kosten einer Reha und sichert im Todesfall deine Hinterbliebenen ab. Das alles sind Dinge, um die sich Selbständige in anderen Berufen selbst kümmern müssen.

Hilft Kontakte zu knüpfen. 
Networking wird großgeschrieben in der Kammer. Jedes Event und ehrenamtliche Engagement bieten die Chance, sich zu vernetzen. Alle Termine gibt’s hier. In der offenen Strategiegruppe Newcomer loten junge Mitglieder, erfahrene Mitglieder, Studierende und solche, die gerade ihren Abschluss gemacht haben, gemeinsam aus, was den Nachwuchs bewegt, was er will, was er braucht. Aktuell hat die Gruppe ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen und erarbeitet weitere Vernetzungshilfen. Einen Strategietag soll es regelmäßig geben. Sei beim nächsten dabei!

Ebnet dir den Weg in den Beruf.
Kammermitglieder begleiten dich als Mentorin oder Mentor durch die Praxisjahre nach dem Studium. Die Inhalte, die deine Fortbildungen in dieser Zeit abdecken müssen, hat die Kammer in der Seminarreihe „Start in den Beruf“ zusammengefasst, ab Mitte Juli 2023 kannst du dich dafür anmelden. Diese Termine sind die einfachste und sicherste Art, sich auf Beruf und Eintragung vorzubereiten. Was sonst noch wichtig ist, erfahren Absolventinnen und Absolventen der Berliner Hochschulen zum Beispiel in einem Faltblatt oder auf dem Alumni_Empfang von Kammer und Versorgungswerk.

Weist den Weg zum eigenen Büro.
Du willst – allein oder mit anderen – dein eigenes Büro starten? Die Kammer hat einen Praxisleitfaden erarbeitet, der von Businessplan bis Personalaufbau Schritt für Schritt erklärt, was wichtig ist. Nicht immer muss es eine Neugründung sein. Ein Büro zu übernehmen oder als Partner oder Partnerin einzusteigen, sind gute Alternativen. Mit Coachingtagen, Nachfolge-Matchings und speziell ausgebildeten Nachfolge-Angels, die während einer Übernahme beide Seiten begleiten, hilft dabei die Plattform Unternehmensnachfolge der Kammer.

Mitglied werden?

Niemand wird automatisch und ohne eigenes Zutun Kammermitglied. Man muss sich schon darum kümmern. Was du dazu brauchst, wie das Ganze abläuft, was es kostet und was zu tun ist, steht hier und im Faltblatt „Start in den Beruf“.

Was brauche ich für die Eintragung?
Wer sich in die Architekten- oder Stadtplanerliste eintragen will, muss in Berlin wohnen und/oder arbeiten und einen geeigneten Studienabschluss haben. Geeignet heißt: mindestens vier Jahre Regelstudienzeit. Weitere Voraussetzungen nennt die Fortbildungs- und Praktikumsordnung: zwei Jahre Berufserfahrung (bei Teilzeit entsprechend mehr) und 70 absolvierte Fortbildungseinheiten zu 45 Minuten. Wer freischaffend oder baugewerblich arbeiten will, braucht zudem eine Berufshaftpflichtversicherung.

Wie läuft das ab?
Die Mitgliedschaft beantragst du bei der Geschäftsstelle. Anträge können online gestellt werden. Du benötigst nur ein Konto im Portal der Architektenkammer Berlin. Alle paar Wochen tagt der Eintragungsausschuss. Das unabhängige Gremium prüft jeden Antrag. Besetzt ist der Ausschuss mit vier Fachleuten, von denen zwei oder mehr deine Fachrichtung vertreten. Den Vorsitz hat ein Volljurist oder eine Volljuristin.

Was kostet mich die Kammer?
Das Eintragungsverfahren kostet eine einmalige Gebühr von 155 Euro. Als Kammermitglied zahlst du danach einen jährlichen Beitrag. Wie hoch der ist, entscheidet die Vertreterversammlung im Rahmen des Haushaltsplans immer wieder neu. Derzeit kommen auf Freischaffende und baugewerblich Tätige 360 Euro im Jahr zu. Für angestellte und beamtete Kolleginnen und Kollegen gilt ein reduzierter Jahresbeitrag von 288 Euro.